Birgit Unterholzner
Presse und Stimmen zu "Auf meinem Rücken wächst ein Garten"

Bücher wie >Wenn mein Mond deine Sonne wäre< (Andreas Steinhöfel) oder >Auf meinem Rücken wächst ein Garten< (Birgit Unterholzner) nehmen behutsam das Thema Altersdemenz auf, was es bedeutet, wenn Großeltern >nicht mehr alle Murmeln im Schälchen haben< und plötzlich selbst Fürsorge und Hilfe bei ganz einfachen Dingen brauchen, etwa dann wenn sie eine Straße überqueren wollen. Beiden Büchern gelingt es dabei in Wort und Bild, sowohl die Tragweite des Älterwerdens und des Vergessens als auch die Gefühlswelt der Enkel einzufangen und nachvollziehbar zu machen.
Marlene Zöhrer, Berner Zeitung

Birgit Unterholzner und Leonora Leitl zeichnen in Worten und Illustrationen ein Bild des liebevollen Opas, das gleichzeitig das Porträt eines verwirrten, alten Mannes ist. Eines Vaters, Großvaters, Ehemanns und Nachbarn, der in letzter Zeit immer öfters zornig schreit und tobt, dessen Ausbrüche den Erwachsenen Angst machen. Fido kann damit umgehen: "Ich bin ihm nicht böse und schleiche ein paar Mal ums Haus." In ich-erzählender Funktion kommentiert der Junge alltägliche Ereignisse des Zusammenlebens wie auch die Gefühlslage seines Großvaters und zeigt damit den erwachsenen Figuren, was es heißt, Verständnis für andere Lebenssituationen zu haben. "Demenz heißt das, sagt Mama. Opa schläft, seht auf, isst und atmet, wie andere Menschen auch. Anders halt." "Auf meinem Rücken wächst ein Garten" ist ein Bilderbuch, das Zeit braucht. Auf den ersten Blick scheint die Geschichte aus Fragmenten zu bestehen, die sich auf den zweiten Blick zusammenfügen. Leonora Leitl collagiert, druckt, walzt und malt mit kräftig-strahlenden Farben (...) Gemeinsam mit Birgit Unterholzners sorgfältig gewählten Worten entstehen aus Bruchstücken stimmige Gedankengänge, die Antworten geben, um neue Fragen aufzuwerfen und Erinnerungen Raum zu lassen.
Andrea Kromoser, aus: 1000 und 1 Buch, Deutsche Akademie für Kinder-und Jugendbuchliteratur, Würzburg

Ernst, besonnen, wortwitzig, hintergründig ergänzen sich ein starker Text mit perspektivisch vielschichtigen, in ihrer Technik vielfältigen Illustrationen. Es lohnt sich, das Buch zu kaufen, zu vermitteln und damit meine ich, es anzubieten, die Begeisterung für den Plot und dessen künstlerische Aufarbeitung den Leserinnen einfach hinzuhalten "da, schaut, das ist wunderbar!" Ernstes Thema? Klar. Kinder können damit umgehen, wir Erwachsene noch viel lernen. Und dafür gibt es so hervorragende Bilderbücher.
Christina Repolust, Buchtipp: Büchereiverband Österreichs und Salzburger Familienjournal

Der Opa verhält sich ungewöhnlich. Er sammelt Schätze in seinem Bett, geht nachts im Schlafanzug spazieren, hält seine Katze für eine Frau und wird wütend, wenn ihm etwas nicht gelingt. Er sucht seine Erinnerungen und Orientierung - der Opa ist dement.- Sehr liebevoll und poetisch wird das Verhalten von Opa und Enkel beschrieben. Die wunderschöne grafische Gestaltung von Leonora Leitl mit vielen ganzseitigen farbigen Zeichnungen unterstreicht den Text, ebenso wie das Druckbild des Textes mit unterschiedlichem Schriftbild und -größe. Ein Kleinod, das bei Kindern Verständnis wecken und einen einfühlsamen Gesprächsanlass bieten kann. Sehr empfehlenswert!
Gabriele Güterbock-Rottkord, bv Borromaeusverein, Bonn

Wie kostbar diese Lebenszeit ist, merkt man spätestens, wenn man krank wird oder sogar ins Krankenhaus muss. "Der Friedel ist krank, schwätzen die Leute. Demenz heißt das, sagt Mama." - so kann man in "Auf meinem Rücken wächst ein Garten" von Birgit Unterholzner und Leonora Leitl lesen. "Kinderbücher dürfen schön und unbefangen sein, sie sollten Leichtigkeit und Humor haben. So kann ich es wagen, schwierigere Themen wie Demenz, Alter und Tod anzusprechen, " so die Autorin.
In der Tat gelingt ihr das hervorragend.
Lustig lesen sich die Listen mit Dingen, die fröhlich machen und Friedel kann trotz der Krankheit noch tolle Sachen mit seinem Opa machen. "Eine Freundin erzählte mir von der Demenzerkrankung ihres Vaters. Ich habe ihre Hilflosigkeit gespürt, ihren Schmerz und ihre stille Wut. Dann dachte ich mir, diese Thematik muss für Kinder erzählt werden, " so Unterholzner weiter. Wundervoll, wie die Illustratorin dieses Thema feinfühlig und einfallsreich in ihren zarten Collagen umsetzt.

Antje Ehmann, Jurorin und Literaturwissenschaftlerin, auslese/literatur-cafe

Birgit Unterholzner (Text, es ist das zweite Bilderbuch der Südtiroler Autorin) und Leonora Leitl (Illustration) erfassen das Drama eines Menschen, der sich und die Welt vergisst, sehr genau - ohne dass es dabei trostlos wird - Opas Depressionen, Opas Verkennung der Welt, aber auch Opas Lachen und seine komischen Aktionen. Birgit Unterholzner, 44, beschreibt das >große Vergessen<, sodass nicht nur Kinder genau wissen, in welchem Land der Opa lebt. Leonora Leitl (41, sie lebt im Mühlviertel) zeichnet in starken Farben eine Welt, die sich verschoben hat, die anders ist als wir sie wahrnehmen - Opas neue Welt.
Georg Mair, ff

Es gibt diese schönen Hybridbücher, die man unbedingt vorlesen muss, und wenn man sich die Enkelkinder ausleihen muss. Und wenn die Kinder gegangen sind, liest man diese Bücher für sich selbst (...) Birgit Unterholzner hat in beeindruckender Weise das sogenannte reale Krankenbild mit der inneren Buntheit des Helden in Verbindung gebracht.
Helmuth Schönauer, Tiroler Gegenwartsliteratur

Das neue Buch von Birgit Unterholzner & Leonora Leitl, Auf meinem Rücken wächst ein Garten (Picus 2016) sprengt erneut die Kategorisierung "Kinderbuch". Wie schon im Vorgängerband Lilo im Park (Birgit Unterholzner & Robert Göschl, Luftschacht 2013) ist die für sensible, witzige, berührende Betextung zuständige Autorin Unterholzner mutig, ohne Kitscherei und falsches Herumgedrücke an ein Thema der Zeit herangetreten. Lilo wird mit dem Tod konfrontiert - der auch im Leben sehr junger Menschen zu den Rahmenbedingungen des Seins zählt. Fido, einer der Protagonisten des neuen Titels, hat einen geliebten Opa, den die Demenz eingeholt hat. Fido kann - und das sehr oft sehr viel besser als die sog. Erwachsenen - damit umgehen, daß der Opa halt ab und zu neben der Spur ist, sich aggressiv verhält, die Katze für jemanden ganz anderen hält - na und?
Ein Buch, wie gesagt, das sich keine Schubladen verdient hat - eine kleine Kostbarkeit für Menschen jeden Alters. Und so geschrieben - und wunderbar bildbegleitet - daß sich alle, die damit umgehen möchten, ernst genommen fühlen.
Menschen, die lesen, sollten sich ihr ganzes Leseleben lang immer wieder auch in der "Kinderbuchabteilung" ihrer Lieblingsbuchhandlung eindecken - sofern es sich um derartige Bücher handelt, die da in den Regalen stehen.

Sylvia Treudl, Autorin / Leiterin des Literaturhauses NO

Die Bozner Autorin Birgit Unterholzner hat ein wunderbares Kinderbuch geschrieben, das sich mit der kindlichen Wahrnehmung von Demenz befasst ... Unterholzner erzählt es konsequent aus der Perspektive des Enkels - ohne Belehrungen und ohne Larmoyanz.
Heinrich Schwazer, Südtiroler Tageszeitung

(...)wie gut, dass wir letztlich alle enkelkinder sind. so ist es ein buch für jede_n von uns. um das menschenwesen-tlichste geht es darin schließlich auch, um die menschlichkeit. um zuneigung. um liebe. um die innige verbundenheit zwischen einem kind und seinem opa. ein buch über die freude aneinander, über das für-einander-da-sein; und über fürsorglichkeit auch. denn dieser opa ist dement, "ein bisschen aus dem Takt", wie es im buch heißt. wie assoziativ aneinandergereihte kleine szenen, die exemplarisch manifestationsweisen der krankheit ins licht rücken, nehmen formal das perforierte verstehen der welt auf und entwerfen ein feinnerviges bild vom kosmos, in dem sich der opa bewegt. ganz leise schleicht sich da beim großen, beim erwachsenen leser-enkel unweigerlich ein gefühl der beunruhigung , der bedrücktheit, der traurigkeit ein. der kleine leser-enkel erahnt sie vielleicht auch, aber für ihn bestimmen heiterkeit und beschwingtheit wohl den grundton der erzählung. das liegt zum einen gewiss an den fröhlichen doppelseitigen illustrationen, die ihrerseits durch die eingesetzte mischtechnik und den teilweise recht unterschiedlichen charakter der einzelnen blätter so vielgestaltig sind wie das verhalten des opas selbst.
zum anderen nimmt die gewählte perspektive, von der aus erzählt wird, der demenz-thematik die schwere. es ist nämlich fido, das kind, durch dessen egalitären, wertfreien blick wir den opa sehen. zwei menschen, die nicht nur auf derselben wellenlänge, sondern gewissermaßen auch auf einer ähnlichen wahrnehmungsebene, auf einer vergleichbaren weltverstehenshöhe sind. dass fidos weltwissen wächst und wächst, während der opa immer orientierungsloser wird, lässt sich zwischen den zeilen herauslesen. die wundervolle verbindung zwischen den beiden bleibt davon unversehrt. es sind bloß die rollen, die aufgaben, die sich ändern. "Es ist was es ist / sagt die Liebe", wie es bei erich fried so liebe-voll heißt. und wir, wir lieben das buch. weil es ist, wie es ist. und so viel ist dabei. berührend, schön, ernst, lustig, herzlich, leise, lebensbejahend, voller poesie. wärmste leseempfehlung.

http://madamulma.blogspot.it

All die Orakel in dem sich zu Ende neigenden Leben sind auch Mirakel: Das Buch verzaubert.
Claudia Theiner, Dolomiten

Das Thema Demenz wird in vielen Facetten beleuchtet. Es kommen Situationen von Verwechslungen und Nicht-mehr-Erkennen vor. Nicht ausgeblendet werden schwierige Reaktionen aus dem Umfeld und die Herausforderung für die Familie. Der Text kommt z.T. bruchstückhaft daher und zeigt exemplarisch das andere Funktionieren eines Gehirns mit Demenz. Die Bilder sind collageartig aufgebaut und sehr ansprechend. Insgesamt ist das Buch gut geeignet, um das Thema Demenz mit Kindern anzugehen.
Irene Tschirren, Kinder- und Jugendmedien Bern/Freiburg

Das Buch ist fantastisch. Sehr phantasievoll, ein höchst aktuelles Thema.
Marianne Ilmer Ebnicher, Autorin / Kinderbuchautorin

Ein schwieriges Thema, dem sich die Autorin einfühlsam, poetisch und mit zartem Humor nähert.
Margot Schwienbacher, Leseschatztruhe, RAI Südtirol

Dieses großartige Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren vermittelt auf besonders einfühlsame Weise, dass achtsamer, würdevoller Umgang mit dementen Menschen nicht bloß möglich ist, sondern tatsächlich glücklich machen kann.
Maria Schmuckermair, bn bibliotheksnachrichten

Mir gefällt an diesem Buch besonders gut die taktvolle Sichtweise, in der das Kind das Verhalten des Opas beschreibt, teilweise als lustig oder merkwürdig wahrnimmt, jedoch auch akzeptierend, so dass wenn Opa das so sieht, dann ist es eben so. Die oft "verrückten" Dinge, die der Opa sagt oder tut, kommen der kindlich phantasievollen Art der Kinder entgegen, so dass ein schönes Miteinander und Zeitverbringen möglich ist. Aber auch die erschreckenden Momente von unbegründeter Aggression oder nicht mehr erkennen werden benannt und Strategien und Erklärungen angeboten. Auch dass es erlaubt ist, darüber traurig zu sein und sich andererseits an schönen Momenten zu erfreuen, wenn der Opa glücklich ist, macht das Buch für Kinder, die mit dieser Lebenssituation konfrontiert sind, sehr wertvoll. In unserer alternden Gesellschaft ist Demenz ein immer präsentes Thema und kann durch solche Medien thematisiert werden (...) Ich halte das Buch für sehr empfehlenswert.
CrKa, Nordrhein-Westfalen, Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)

Poetisch, tiefsinnig und äußerst feinfühlig in Text und Bild beschreibt dieses besondere Bilderbuch die Beziehung zwischen einem Enkel und seinem Großvater.
Martina Koler, Lesen ist mehr, Buch des Monats

Dieses Buch ist wunderbar geeignet, um mit Kindern über die Veränderungen zu sprechen, die die Demenz mit sich bringt und ihnen die Angst zu nehmen.
Kids Best Books

Ein warmherziges Kinderbuch, das sehr gut beschreibt, was Demenz für den Betroffenen bedeutet und wie wichtig es ist mit dementen Menschen liebevoll umzugehen. Mit wunderschönen, einfühlsamen Illustrationen in einer außergewöhnlichen Mischtechnik. Sehr zu empfehlen.
Zedlitz Elke, Evangelische Büchereien im Rheinland

Ein berührendes Buch über eine liebevolle Opa-Enkel-Beziehung der besonderen Art.
Susanne Braunsteiner, Kinderbuchhaus

"Für alle Enkel und deren Großväter" - somit ist das Bilderbuch der Südtiroler Autorin Birgit Unterholzner an uns alle gerichtet. (...) In der dichten Sprache der Erzählung zeigt sich von Beginn an das Krankheitsbild, die Orientierungslosigkeit, die Wortlosigkeit, das Vergessen, die Ängstlichkeit und die Wut des alten Mannes und erst gegen Ende wird die Diagnose Demenz genannt. So erscheint es wie im Alltag: viele kleine Mosaiksteinchen lassen Betroffene und Angehörige dieser Krankheit einige Zeit brauchen, bis man das Wort Demenz in den Mund nimmt. ...Die oberösterreichische Illustratorin Leonora Leitl, die für ihre Bilder des "Willi Virus" heuer den "Österreichischen Kinder und Jugendbuchpreis 2016" gewonnen hat, untermalt mit flächenhaften, zweidimensionalen Bildern die einzelnen Momente der Demenz und ergänzt den Text durch wunderbare Bilder. (...)
Ein Bilderbuch, das zurecht einen zweiten und auch weiteren Blick wert ist ...

Marian Moschen, Bilderbuch des Monats, Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik

Das Thema Demenz wird häufig von einer medizinischen Seite her betrachtet. Dieses ausgezeichnete Bilderbuch mit seiner magisch-faszinierenden Sprach- und Bilderwelt ist ein idealer Zugang, um sowohl mit Kindern als auch Erwachsenen auf einer emotionalen Ebene ins Gespräch zu kommen.
Buchstart-Bühne / www.buchstart.at/materialien